Archiv

Archiv für die Kategorie ‘News’

Facebook sammelt Daten über Nichtmitglieder (Video)

Nachdem Datenschutzbeauftragte in Deutschland und der Schweiz auf das Problem aufmerksam geworden sind, und einige Printmedien berichtet haben, widmet sich nun auch der WDR der Datensammelwut von Facebook. Das Polit-Magazin Monitor nimmt in einem wirklich gelungenen Bericht die Sammlung der Daten von Nichtmitgliedern durch Facebook ins Visier. Nebenbei konnte die Redaktion aufdecken, dass Facebook die abgefragten Passwörter zu Email-Accounts der Nutzer unverschlüsselt übertragen hat. Bleibt noch anzumerken, dass Facebook mit der Datensammlung über Nichtnutzer nicht alleine dasteht, die meisten Sozialen Netzwerke bedienen sich inzwischen solcher Methoden. Zu den prominenten Vertretern gehören etwa Twitter und die VZ-Netzwerke.


via Netzpolitik

Facebook sammelt Daten von Nichtmitgliedern (Update)

29/04/2010 2 Kommentare

Ich hatte ja schon darüber berichtet, dass Facebook (und andere “Soziale Netzwerke” wie etwa die der VZ-Gruppe) Daten über Nichtmitglieder sammeln. Zumindest im Fall von Facebook ist klar, dass die Daten gespeichert, ausgewertet und zur Erstellung von Profilen genutzt werden. An die Daten gelangen die Netzwerke über eine Funktion, bei der rücksichts- oder gedankenlose Nutzer ihre Adressbücher aus Email-Clients hochladen, oder Facebook & Co gleich das Passwort zu ihren Email- oder IM-Konten überlassen. Facebook scannt dann die Adressbücher und speichert die vorhandenen Daten über Nichtmitglieder für die weitere Verwendung ab. Inzwischen haben auch einzelne Mainstreammedien das Thema aufgenommen, so berichten etwa Stern und Zeit über den Komplex. Erfreulich ist v.a., dass auch Datenschützer das Problem erkannt und ins Visier genommen haben. So erklärt etwa der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar die Sammlung von Daten von Nichtmitgliedern von Facebook für unzulässig und unvereinbar mit dem Bundesdatenschutzgesetz. Interessieren wird das den US-Konzern Facebook selbstverständlich erst einmal nicht. Doch nicht nur Facebook bricht bei dieser Sache Gesetze, sondern auch die deutschen Nutzer, die Daten von Dritten ohne deren Einwilligung weitergeben. Johannes Caspar appelliert deshalb an die Facebook-Nutzer, in Zukunft solches Verhalten zu unterlassen und nur Daten von Dritten weiterzugeben, nachdem man diese um Erlaubnis gefragt hat. Leider erreichen solche Ratschläge die Mehrheit der Facebook-Nutzer nicht, und selbst wenn würden sie wohl keine Wirkung entfalten. Sinnvoller wäre es deswegen, gegen Facebook direkt vorzugehen, und die Speicherung unrechtmäßig angeigneter Daten – zumindest im deutschsprachigen Facebook – ganz zu unterbinden. In diese Richtung geht anscheinend eine Initiative des Schweizer Datenschutzbeauftragten Hanspeter Thür.

Kategorien:News Schlagworte: , , , ,

Videospiel-Vernichtungsaktion gefloppt (außer in der Presse)

18/10/2009 1 Kommentar

Ein “Aktionsbündnis”, das sich das “Verbot von Killerspielen, die dazu dienen, Menschen zu ermorden” zum Ziel gesetzt hat, hat heute in der Stuttgarter Innenstadt mit einer interessanten Aktionsform die Presse begeistert. In einem riesigen Container sollten “Killerspiele” gesammelt, und danach der Müllverbrennung zugeführt werden. Parallelen mit öffentlich durchgeführten Bücherverbrennungen drängten sich da natürlich auf, glücklicherweise fielen heute jedoch kaum Kulturgüter den Flammen zum Opfer. Nach den Aussagen von Besuchern der Aktion, die auch durch mehrere Vides gestützt werden, landeten zwei Videospiele, eine CD und ein Gameboymodul im Container. Bei einem der Videospiele handelte es sich um GTA San Andreas, das keineswegs unter die Kategorie Egoshooter fällt. Auch das Gameboy-Modul wird kaum diesem Genre angehören. Die geringe Ausbeute der Aktion ist kaum verwunderlich, auch wenn die Veranstalter versuchten, Kinder und Jugendliche die sich beteiligen mit einem Trikot mit den Unterschriften der deutschen Nationalmannschaft zu ködern. Alles in allem also ein gehöriger Fehlschlag, sollte man denken. Den anwesenden Pressevertretern passte das aber anscheinend überhaupt nicht ins Konzept. So ziemlich alle bundesweit und überregional verbreiteten Medien berichten im Moment über die Aktion und versuchen sie dabei zum Erfolg umzulügen. Dabei ist von mehreren Dutzend “Killerspielen” die Rede, die von reuigen Jugendlichen abgegeben wurden. Um für die TV-Nachrichten die “richtigen” Bilder zu bekommen, wurden Kinder angewiesen, die gleiche Spielehülle immer wieder in den Container zu werfen. Damit sollte dem TV-Publikum anscheinend suggeriert werden, dass selbst Kinder bereits von Killerspielen abhängig sind. Und mit dem mehrfachen Werfen konnte eine größere Menge an abgegeben Spielen vorgetäuscht werden. Glücklicherweise gibt es auch Videos, die zeigen, wie die Presse die Szenen stellt. Für Fotos in den Tageszeitungen wurden angeblich außerdem von den Journalisten einfach junge Passanten gefragt, ob sie gern in die Zeitung möchten. Bleibt natürlich die Frage, warum die deutschen Medien über so eine Miniaktion überhaupt berichten, und vor allem, warum nicht wahrheitsgemäß? Warum werden dutzende von weggeworfenen Spielen und reuigen Jugendlichen erfunden, warum Szenen gestellt statt der leere Container gefilmt? Offensichtlich gibt es ein großes Interesse seitens der Medienvertreter, irrationale Hetze gegen Videospiele zu unterstützen und Verbotsforderungen im Gespräch zu halten. Leider gibt es keinen Grund anzunehmen, dass die deutschen Medien bei anderen Themen weniger manipulativ arbeiten. Glücklicherweise ist aber heute auch kaum jemand mehr darauf angewiesen Tageszeitungen und TV-Sendern blind zu vertrauen. Dank den Youtube-Videos von der Aktion kann jeder selber überprüfen, was dran ist an den Meldungen der Presse.

Überblick über die Aktion

Inhalt des Containers

Szenen werden gestellt

Einen sehr ausführlichen Bericht von der Aktion, in dem auch Vertreter beider Seiten zu Wort kommen, gibt es bei Eurogamer.de.

Bundestagswahl: IT & Bürgerrechte

Entscheidungshilfen für die Bundestagswahl nächste Woche gibt es im Netz inzwischen schon einige. Den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung dürften die meisten inzwischen kennen. Einen eigenen themenspezifischen Wahl-O-Mat bietet der AK Vorratsdatenspeicherung auf Buergerechte-Waehlen.de. Dabei geht es wie die URL schon verrät um die Forderungen und bisherigen Taten der Parteien hinsichtlich Bürger- und Freiheitsrechte. Auf der Seite kann man sich außerdem über die Geschichte der Sicherheitsgesetze und Grundrechtseinschränkungen in Deutschland informieren.

Speziell um den IT-Bereich dreht sich das Wahlspeziel von Golem.de. Die Redaktion hat dazu die Wahlprogramme der im Bundestag vertretenen Parteien sowie der Piratenpartei auf IT-Themen abgekloppft und zusammengefasst.

Netzpolitik.org hat die gleichen Parteien im Visier und hat selbige angeschrieben und um Antwort auf vier Fragen zur Netzpolitik gebeten. Die Antworten kann man hier nachlesen.

Natürlich sind all die Antworten, Programme und Versprechungen der Parteien mit Vorsicht zu geniessen. Dass die FDP etwa in einer schwarz-gelben Koalition ernsthaft irgendwelche Schritte zur Abschaffung der Netzsperren unternimmt, gehört wohl ebenso ins Reich der Tagträume, wie ein Engagement regierender Grüner gegen die Vorratsdatenspeicherung. Offensichtlich wird das z.B. an der Übersicht zum Abstimmungsverhalten der Parteien in der Vergangenheit. Trotzdem bieten die Wahlentscheidungshilfen im Netz wenigstens eine ungeähre Orientierung, wofür die Parteien eigentlich stehen.

buergerrechte waehlen 03 thumb

Dieses Plakat von artbyte ist unter einer besonderen Creative Commons-Lizenz freigegeben.

Bild wird geladen

Zum Abbrechen irgendwo klicken

Bild nicht verfügbar

Avira Antivir Personal Update Probleme

Wer z.Z. Probleme mit dem Update von Antivir hat, ist damit nicht allein. Grund ist laut Avira ein großes Update, das die Server überlastet. Eine leichte Besserung wird fürs Wochenende erwartet, gelöst werden soll das Problem in den nächsten Wochen. Da die kostenpflichtigen Versionen das Update über einen anderen Server beziehen, ist nur Antivir Personal betroffen.

Update: Da es immer noch Probleme gibt, kann man alternativ zum “manuellen Update” greifen. Dazu lädt man zuerst die Virendefinitionsdatei von Softpedia herunter. Danach klickt man mit rechts auf das AntiVir-Symbol und wählt “AntiVir starten”. Unter “Update” gibt es den Punkt “manuelles Update”. Da wählt man die Datei “ivdf_fusebundle_nt_en.zip” und startet das Update.

Wem das alles zu blöd ist, wer keinen Bock hat auf das Ende der Server-Probleme zu warten, oder wer eh mit AntiVir nicht richtig zufrieden ist, findet hier eine Reihe ebenfalls kostenloser Alternativen.

Rette Deine Freiheit!

Das Nachfolge-Video zu “Du bist Terrorist” ist da: Rette Deine Freiheit!

RetteDeineFreiheit.de

Auch StudiVZ will Mail-Account-Passwörter

27/08/2009 1 Kommentar

Facebook-Klon StudiVZ hat mit Verzögerung nun auch eine weitere, äußerst umstrittene Funktion vom Vorbild übernommen. Nach dem Login fragt StudiVZ (bei SchülerVZ und MeinVZ wird es wohl genauso sein) nach den Zugangsdaten zum Webmailaccount des Nutzers, inklusive Passwort.

2009-08-27 163557

Warum das in Sachen Datenschutz, informationeller Selbstbestimmung und Online-Sicherheit ein absoluter Super-GAU ist, habe ich anhand von Facebook und Twitter hier schon genauer ausgeführt.

Anteil rechter Websites im Internet stark gesunken

So vielfältig wie die Menschen die es nutzen ist auch das Netz selbst. Im Internet findet man Seiten für jedes noch so abwegige Hobby oder Interesse; Menschen jeden Alters, fast jeder sozialen Stellung und jeder politischen Überzeugung sind im Web vertreten. Und so wie im echten Leben auch sind darunter auch Nazis. Warum das nun irgend jemanden wundert und sogar für aufgeregte Schlagzeilen taugt ist vollkommen unverständlich, seltsam wäre es nur wenn reale Nazis im Netz keine virtuellen Repräsentanzen hätten. Ähnlich wie bei der unsäglichen Debatte um Kinderpornographie geht es den Leitartiklern und Parteifunktionären bei der momentanen Hysterie um Nazi-Webseiten wieder einmal nicht darum, Ursachen eines gesellschaftlichen Problems zu ergründen und zu beseitigen, sondern die alarmierenden Zustände der realen Welt möglichst effektiv zu verdecken und verschleiern. Dementsprechend kam sofort die Forderung, rechte Seiten zukünftig per Stoppschild-Vorhang unsichtbar zu machen. Hatten bei der Einführung der Internet-Zensur noch alle Beteiligten versichert, die Zensur bleibe selbstverständlich auf Kinderpornographie beschränkt, ist das ein paar Wochen später schon vergessen. Wieder wird irgend ein verachtenswertener Tatbestand herausgegriffen, um die Ausweitung der staatlichen Zensur voranzutreiben. Kinderpornographie und Nazipropaganda dienen dabei als Türöffner, weil die meisten Menschen beim Gedanken an solche Delikte rein emotional reagieren und ihren Verstand abschalten. Wer sich dann gegen Zensur ausspricht, gilt einfach gestrickten Mitbürgern schnell selbst als kindesmißbrauchender Nazi. Von den Verantwortlichen in der Politik werden solche Hexenjagden mit verhetzenden Statements gegen Bürgerrechtler weiter angeheizt.

Aber zurück zu den “erscheckenden Zahlen” über den angeblich “rasanten Anstieg” rechtsextremer Websites. 1500 Beiträge sollen Nazis weltweit 2008 in Foren, sozialen Netzwerken und Videoplattformen veröffentlicht haben, 1700 Neonazi-Websites soll es weltweit geben. Beides sind natürlich lächerlich geringe und absolut unglaubwürdig niedrige Zahlen. Wenn jeder zehnte, der in Sachsen bei der letzten Landtagswahl NPD gewählt hat, nur einmal im Jahr irgendeinen Beitrag in einem Forum hinterlässt, wären das schon etwa 12 mal mehr Nazi-Beiträge im Web 2.0, als jugenschutz.net für Rechtsextreme auf der ganzen Welt ausmacht. Nazis wären demnach in Internet Communities extrem unterrepräsentiert. Die Zahlen für rechtsextreme Webseiten sind genauso lächerlich, ohne Grund wird eine erschreckende Zunahme konstatiert. Je nachdem, welche Statistik man sich ansieht, ist teilweise selbst bei den absoluten Zahlen ein Rückgang von Nazi-Seiten zu vermelden. Interessanter als die absoluten Zahlen ist aber der Anteil von rechten Seiten am Internet insgesamt. Schließlich wächst das Netz beständig, eine Aussage á la “Es gibt heute mehr Seiten zum Thema X als früher” ist überflüssig, weil selbstverständlich. Z.B. hätte 1998 die Zahl von 1700 rechten Webseiten etwas vollkomen anderes bedeutet als 2008. PPQ hat nachgerechnet und schreibt dazu:

“So hat sich die Zahl rechtsextremer Seiten in Deutschland von 330 im Jahr 1999 auf 1800 im Jahr 2008 erhöht und damit nicht ganz versechsfacht. Die Zahl der freigeschalteten Domains stiegt allerdings im selben Zeitraum von zwei Millionen auf 200 Millionen – eine Verhundertfachung.”

Dementsprechend wäre der Anteil rechter Seiten am Netz als nicht nur nicht gestiegen, sondern stark gesunken. Mit dieser Sichtweise ließe sich allerdings keine Stimmung für die Ausweitung staatlicher Zensur machen, deswegen kann man solch nüchterne Analysen auch in keinem Mainstream-Medium lesen.

Eine ganz andere und genauso wichtige Frage wie die korrekte Interpretation und Kontextualisiserung der Zahlen wäre auch die Klärung, welche Aussagekraft der reinen Zahl von rechten Webseiten überhaupt zukommt. Mit der Zahl ist nämlich noch überhaupt nichts über die Frequenz und Qualität der Beiträge, sowie die Zahl der Leser und die Bindungskraft und Wirkung des Angebots auf die Nutzer gesagt. Mindestens genau so plausibel wie aus einer vermeintlich hohen Zahl von Seiten die Stärke nazistischer Bewegungen abzuleiten, ist es, daraus auf ihre Schwäche zu schließen. 1700 Seiten könnten auch als Zeichen totaler Zersplitterung und Irrelevanz einzelner Angebote gedeutet werden. Wäre nicht die Existenz einer Handvoll stark frequentierter Nazi-Seiten im Hinblick auf Vernetzung und Einigkeit der rechten Szene viel alarmierender als z.B. 1700 kaum genutzte Seiten? Eine Analyse, die nicht über das reine Zählen der Webangebote hinausgeht, kann jedenfalls keine sinnvolle Aufklärung in Sachen Entwicklung des Rechtsextremismus leisten.

Siehe auch: Netzpolitik: Naziwebseiten: Glaube nie einer Statistik, …

Wenn Facebook, Twitter & Co Dein Email-Passwort wollen…

27/07/2009 6 Kommentare

Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter erdreisten sich seit längerem bei der Registrierung nach Login und Passwort zum Email-Account des Nutzers zu fragen. Als ich zum ersten mal davon gehört habe, konnte ich mir nicht vorstellen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die da freiwillig ihr Passwort an vollkommen Fremde weitergeben. Inzwischen bin ich eines besseren belehrt worden, einem großen Teil der Nutzer ist es vollkommen gleichgültig, wer Zugriff auf das eigene Email-Postfach hat, und was derjenige mit den gewonnenen Daten anstellt.

Auf Seiten der Betreiber solcher Datensammel-Dienste gibt es natürlich eine ganze Latte möglicher Motive für den Zugriff auf die Email-Accounts der Nutzer, die von kommerziell bis kriminell reichen. Zunächst mal können natürlich die Adressbücher gescannt, Email-Adressen samt Klarnammen und, falls vorhanden, Adressen und Telefonnummern aller Kontakte extrahiert werden. Mit diesen Daten lassen sich Profile erstellen, für gezielte Werbung nutzen oder weiterverkaufen. Die Inhalte der Emails lassen sich natürlich ebenfalls für die Profil-Bildung und gezielte Werbung auswerten. Manche Social Networks nutzen die gesammelten Mail-Adressen dann direkt für Spam, und senden eine Einladungs-Mail an alle Kontakte des Nutzers (z.B “XY wants to keep up with you on Twitter”). Je nach Anbieter lässt sich das vom Nutzer unterbinden oder geschieht vollautomatisch. Für letzeres steht z.B. das Social Network Tagged, das die Mailbox scannt und an jede gefundene Adresse eine irreführende Spam-Mail schickt. Die Spam-Opfer sollen dann mit falschen Behauptungen á la “XY hat Fotos von Dir eingestellt” dazu gebracht werden, ebenfalls einen Account anzulegen – die nichtexistenten Fotos kann man nämlich angeblich erst nach dem Login sehen. Das Ganze ist natürlich mehr als peinlich, besonders wenn z.B. der ganze Betrieb mit solchen Kettenbriefen belästigt wird.

Natürlich beschränken sich die Möglichkeiten desjenigen, der per Passwort unbeschränkten Zugang zum Email-Account erhält, nicht auf Spamen, Profilbildung, Datensammlung und -verkauf. Da Passwörter für Webanwendungen und -shops, Softwareregistrierungen usw. häufig per Email an den Nutzer geschickt werden, stellt der Mailaccount eine wahre Fundgrube für Passwortklau und Identitätsdiebstahl dar. Selbstverständlich sind alle Mitglieder in Social Networks der Meinung, dass ihr Lieblings-Netzwerk so etwas natürlich nie tun würde. Tatsache aber ist: gerade dadurch, dass die Big Player wie Facebook und Twitter nach dem Passwort fragen, erhalten solche – eigentlich absolut unseriösen – Praktiken Akzeptanz, und immer mehr Menschen verlieren ihre Hemmungen ständig und überall ihre Passwörter herauszurücken. Dazu kommt, dass jede zusätzliche Stelle, die auf ein Passwort Zugriff hat, es speichert und nutzt, auch ein zusätzliches Sicherheitsrisiko darstellt. Man eröffnet damit z.B. die Chance, Mail-Passwörter nicht nur beim Mail-Provider und dem Weg dorthin, sondern auch beim Social Network abzugreifen. Das kann z.B. über das Hacken des Sozialen Netzwerks oder gefälschte Registrierungs-Seiten passieren. Selbstverständlich besteht auch die Gefahr, dass sich irgendwann Mitarbeiter des Social Network Anbieters ein kleines Zubrot verdienen wollen und die Daten ausspähen.

Soviel also zu den Risiken, denen man sich selbst aussetzt, wenn man aus Faulheit oder Naivität fremden Webseiten das eigene Email-Passwort nennt. Leider werden aber auch andere durch solch unverantwortliches Handeln in Mitleidenschaft gezogen. Wenn Facebook und Twitter die Adressbücher ihrer Nutzer scannen, erhalten sie ja die Daten von Kontakten, also Menschen, die dieser Datensammlung niemals zugestimmt haben. Das ist ein klarer Verstoß gegen die informationelle Selbstbestimmung. Der Anbieter kann so Profile in seinen Datenbanken über Menschen anlegen, die gar keine Nutzer des Social Networks sind, und dazu auf Mail-Adressen, Klarnammen, Postadressen, Telefonnumern, Instant-Messenger-Profile und aus Mail-Inhalten gewonnene vermeintliche Interessen zurückgreifen. Verantwortlich für den Gesetzesverstoß sind beide, einerseits der Nutzer, der solche Daten ohne Einverständnis der Betroffenen weitergibt, und anderseits das Soziale Netzwerk, das die Daten widerrechtlich speichert und auswertet.

Um zu testen ob z.B. bei Facebook schon eine Akte mit persönlichen Infos existiert, obwohl man nicht einmal angemeldet ist, kann man sich einen Fake-Account mit lauter falschen Angaben (bis auf die hauptsächlich genutzte Email-Adresse) anlegen. Facebook erkennt dann trotz falschem Namen, Adresse, Alter usw. an der Email-Adresse wer der neue Nutzer wirklich ist, und schlägt z.B. gleich Freunde vor, die man tatsächlich kennt. Die Daten darüber hat Facebook eben aus den Adressbüchern und Emails anderer Nutzer.

Bisher die Öffentlichkeit in Deutschland dieses Problem noch nicht wahrgenommen, das könnte aber auch daran liegen, dass Menschen die sich um ihre Privatsphäre und die anderer sorgen, Datensammler wie Social Networks eher meiden und deshalb noch nichts von der Passwort-Fragerei mitbekommen haben. Es lässt sich nur hoffen, dass die betreffenden Anbieter bald von Datenschützern abgemahnt werden, und sich vielleicht auch Betroffene finden, die gegen die Social Networks klagen.

Gamer gehen auf die Straße: Demos am 25.07.09

22/07/2009 1 Kommentar

Diesen Samstag wollen Gamer in drei Städten gegen die Stigmatisierung von Computer- und Videospielen und ihren Nutzern auf die Straße gehen. Die Demos in Berlin, Köln und Karlsruhe richten sich u.a. dagegen, dass Spiele und Spieler von Politik und Medien als Sündenbock für gesellschaftliche Fehlentwicklungen missbraucht werden. Außerdem wird gegen Forderungen protestiert, auch Erwachsenen die Nutzung von Actionspielen zu verbieten.

gamer-demo

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.