Panda Security hat mit Cloud Antivirus einen kostenlosen Virenscanner veröffentlicht, der nach Angaben des Herstellers mit einem vollkommen neuen Konzept aufwartet. Das Programm liegt auf den Servern von Panda und verrichtet seine Arbeit über eine Online-Verbindung mit einem Client auf dem PC des Anwenders. Dadurch sollen die Ressourcen des PCs geschont und regelmäßige Updates der Virendatenbanken überflüssig gemacht werden. Panda nutzt im Gegenzug den permanenten Zugriff auf die Rechner der Anwender um neue Schädlinge zu finden und die eigene Software zu verbessern. Durch die Vernetzung aller User-PCs sollen sich revolutionäre Vorteile ergeben und die Zeit zur Erkennung neuer Schädlinge extrem verkürzen – Panda spricht von unter 6 Minuten.
Leider geizt Panda bisher mit genaueren Informationen, welche Daten vom lokalen PC an Panda versendet werden und wie das dem Nutzer konkret helfen soll. Dass neue Malware in 6 Minuten erkannt und die Signaturen in die Datenbanken eingespeist werden können ist nicht nachvollziehbar. Die mit heuristischen Methoden erkannten neuen Bedrohungen müssen schließlich auch erst von Panda überprüft werden, um Fehlalarme auszuschließen. Das Verschicken neuer Malware-Samples an den Hersteller beherrschen im Übrigen auch andere Viren-Scanner. Der Unterschied liegt darin, dass Panda-Nutzer diese Funktion anscheinend nicht abstellen können. Tatsächlich ist auch die Einsparung von CPU-Leistung und Speicher bei modernen Systemen wohl eher vernachlässigbar. Das Argument, Updates seien nicht mehr nötig, erweist sich bei genauerem Hinsehen als Augenwischerei. Tatsächlich ist ja nicht nur ab und zu sondern ständig eine Internetverbindung mit Panda angedacht. Die Virendefinitionen liegen nicht nur auf den Servern von Panda, sondern werden ganz normal heruntergeladen und auf dem lokalen PC gespeichert. Das ist auch unbedingt notwendig, damit Scans und Echtzeitschutz nicht ausfallen, wenn die Internet-Verbindung abbricht.
Man muss dem Projekt allerdings zu Gute halten, dass es sich noch in einer Testphase befindet. Vielleicht wird Panda mit dem Ende des Beta-Stadiums auch mehr Informationen zu Wirkungsweise, Technik und Datenschutz veröffentlichen. Eventuell wird der Ressourcenverbrauch auch noch weiter gesenkt.
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